Zum Jahreswechsel 25/26 hatte ich einen neuen Claim entworfen: „Offen in die Zukunft“. Ich war ganz zufrieden damit. Er stimmte inhaltlich, er passte zu mir, und ich hätte ihn wohl so stehen lassen. Dann kam die Summer Blogging School bei Judith Peters, deren fünfter Workshop sich mit dem Branding und damit dem Claim beschäftigte. Ich ließ mich auf den Prüfprozess ein, man weiß ja nie, was dabei herauskommt. Herausgekommen ist „Auf ins Neuland“. Er ist pointierter, er transportiert die Aufbruchsenergie besser, und er trifft den Nagel auf den Kopf.
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Was bedeutet „Auf ins Neuland“?
Ganz direkt gesagt: Die Klärung eines Konflikts bewirkt entweder einen Abbruch oder einen Neustart der Beziehung. In beiden Fällen beginnt etwas Neues, offenes Terrain, das erst noch gestaltet wird. Was genau daraus wird, weiß vorher niemand.
Die tiefere Bedeutung erschließt sich erst über meine eigene Geschichte. Als junge Frau lernte ich die Keilschriftsprachen Sumerisch, Assyrisch, Babylonisch, Hethitisch. Eine dreimonatige archäologische Expedition führte mich in den Irak, eine Exkursion durch die Türkei und Syrien. Diese Offenheit für unerforschtes Gebiet trage ich bis heute in mir, nur richtet sie sich mittlerweile nicht mehr auf versunkene Städte, sondern auf das, was nach einem Konflikt entsteht. Ich begleite meine Klienten genau auf diesen Aufbruch: hinein ins Neuland, das sich erst noch zeigen muss.
Warum ich genau jetzt mit „Auf ins Neuland“ einen neuen Claim entwickelt habe
„Offen in die Zukunft“ war nicht falsch. Er war nur zu brav und zu passiv. Im Workshop bei Judith Peters ging es durch mehrere Runden: Mit Gegensätzen im alten Claim arbeiten, dann Ideen, die meine Haltung transportierten („Klarheit statt Harmonie“), dann Claim-Entwürfe mit bildlichen Formulierungen. Der Gedanke ans Aufbrechen war von Anfang an dabei, ich musste ihn nur noch schärfen. Zuerst kreiste ich um die Verbindung von ‚Neuland‘ mit dem Konflikt selbst, also, dass er das unbekannte Terrain wäre, auf das man sich begibt. Beim genaueren Hinsehen wurde klar, Neuland bezeichnet das, was nach der Konfliktklärung entsteht. Diese Präzisierung hat den Claim erst auf den Punkt gebracht.
Was ich mit „Auf ins Neuland“ bewirken werde
Für meine Klienten heißt das, sich einfach positiv auf die Zukunft einlassen. Das menschliche Gehirn lehnt Neues erst einmal ab, als anstrengend, als unangenehm, als bedrohlich. Mein Claim soll genau dagegenhalten, und zeigen, dass Neuland vor allem Entdeckerlust bedeuten kann, die belohnt wird.
Für mich selbst heißt es, mein Alter in den Hintergrund zu rücken und die Impulse, die noch kommen können, in den Vordergrund. Das ist für mich eine spannende Perspektive, als wäre ich wieder ganz jung, mit noch sehr viel Zeit und noch ganz viel zu erleben. Die Beschränkung im Kopf, der Gedanke ‚es geht aufs Ende zu‘, fällt weg. Für mich ist das eine echte Befreiung.
Auf den Juli 2026 bezogen äußerte sich ‚Auf ins Neuland‘ konkret so, dass ich meine Zweifel und Versagensängste im Zusammenhang mit Erweiterungen meiner Homepage über Bord warf. Was könnte denn schlimmstenfalls passieren? Allenfalls, dass die Umsetzung hakt. Na und? Grübeleien über ‚Brauche ich einen Newsletter?‘, ‚Worüber will ich schreiben?‘, ‚Bekomme ich das technisch hin?‘ wandelten sich in ‚Ich will einen Newsletter anbieten‘, ‚Ich habe jede Menge Themen dafür‘, ‚Ich schaffe es alleine oder mit fremder Hilfe.‘ Darüber und weitere Aufbrüche ins Neuland habe ich im Monatsrückblick Juli 2026 ausführlich geschrieben.
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Über mich: Assyriologin, Systemanalytikerin, Programmiererin. Seit 2019 arbeite ich als Mediatorin in Tübingen und verhelfe Parteien zu Klarheit über ihre Konflikte und zu kreativen Lösungen.
Bei Auseinandersetzungen sind Analyse und Struktur unerlässlich, doch je höher die emotionale Verstrickung, desto geringer die Lösungskompetenz. Ich weiß, wovon ich rede. Denn manchmal brauchen auch Mediatorinnen eine Mediatorin. Für mich ist das kein Widerspruch zu meinem Beruf. Es ist die logische Konsequenz aus allem, was ich in ihm gelernt habe. Mehr über mich erfahren Sie hier.