Viele kommen in die Mediation und wünschen sich sehnlichst eine schnelle, sachliche Einigung. Keinesfalls möchten sie ihre Gefühle zeigen, und schon gar nicht in Tränen ausbrechen. Doch was in den Sitzungen wirklich passiert, ist menschlich und sehr heilsam.
Eine Mediation ist kein gemütliches Geplauder bei Tee und Keksen. Wer sich auf eine Mediation einlässt, trägt meist einen schweren Rucksack mit sich. Er ist gefüllt mit Frust, Kränkungen und Wut, die sich über Monate oder Jahre angesammelt haben. Die Meinungen über die Gegenparteien haben sich manchmal zu echten Überzeugungen verfestigt und die Hoffnung auf eine Lösung des Konflikts schimmert nur vage am Horizont. Die Klienten wollen nur noch eins: Endlich Ruhe und Schluss mit der Vergangenheit.
Ein äußerst verständliches Ziel. Doch das Erreichen gestaltet sich schwieriger.
Es knistert schon in der ersten Sitzung
Bei der Terminabsprache und der knappen Schilderung, worum sich der Konflikt dreht, blitzen schon unterdrückte Gefühle auf. Wenn sich dann alle Beteiligten im Raum versammeln, knistert es deutlich. Manche rücken sogar ihre Stühle etwas weiter auseinander.
Nun werden Vorwürfe ausgetauscht, Positionen und Forderungen wiederholt. Die Parteien durchleben wieder bereits erlittene Kränkungen und sehen sich zu Unrecht angegriffen. Zur Wut gesellt sich Angst die Dinge auszusprechen, die lange aus gutem Grund sorgsam vermieden worden waren.
Doch genau diese unausgesprochenen Themen müssen auf den Tisch. Sie belasten die Parteien schon lange und wirken im Untergrund.
Dann fallen die Masken
Liegen die vermiedenen Themen auf dem Tisch, brechen sich bald Trauer und Enttäuschung Bahn, die Stimme zittert. Die Klienten ringen um Fassung, dann fließen Tränen. In den Gefühlscocktail mischt sich Scham wegen eigenem, unangemessenen Verhalten in der Vergangenheit und wegen der eigenen Verletzlichkeit, die nun für alle im Raum sichtbar wird. Man weint sogar vor einer Fremden, der Mediatorin! Statt sachlichen Austauschs und Beenden der Vergangenheit fallen die Masken. Doch niemand braucht sich wegen seiner Tränen zu schämen.
Die Verknüpfung von Emotion und Gedächtnis ist eine grundlegende evolutionäre Funktion unseres Gehirns. Je stärker Erlebnisse mit Emotionen verknüpft sind, desto länger haften sie im Gedächtnis.
nach Antonia Ceric: Wie eingebrannt: Emotion und Gedächtnis
Die Gemüter beruhigen sich
Nach den emotionalen Ausbrüchen sind die Beteiligten zwar mitgenommen, aber erleichtert. Und es passierte etwas ganz Entscheidendes: Sie nahmen wahr, was das jeweils eigene Verhalten beim Anderen auslöste, und wie stark der Andere unter der Verletztung leidet.
Aus diesem Erlebnis entsteht eine Nähe, die sich vorher keiner vorstellen konnte. Und auf dieser Basis können sie sich wieder auf Augenhöhe begegnen und die Vergangenheit tatsächlich abschließen. Die Beteiligten sind frei für einen echten Neubeginn.
Mut ist eine Grundvoraussetzung
Eine Mediation erfordert von den Klienten Mut, sich der anderen Partei zu stellen. Und in erster Linie Mut, sich selbst zu begegnen, mit all dem, was man lieber im Verborgenen gelassen hätte. Das ist beileibe keine Kleinigkeit. Allen, die sich auf diesen Weg einlassen, zolle ich tiefen Respekt.
Sie denken über eine Mediation nach?
Wenn Sie klären möchten, wie Ihnen dieses Verfahren helfen kann, sprechen Sie mich unverbindlich an. Damit Konflikt und Belastung bald enden.

Über mich: Offen in die Zukunft. Dies ist mein Claim und Motto fürs Leben. Man hat seine Vorstellungen von der Zukunft und dann passiert das Leben. Es erfordert Anpassungen und Weiterentwicklung, es verleiht Impulse und überrascht. Ich fände nichts langweiliger als zu wissen, was ich in den nächsten Jahrzehnte erleben werde. Dieselbe Offenheit für die Zukunft bringen Klienten mit. Denn ihre Kreativität führt sie zu Lösungen, die sie sich vorher nicht vorstellen konnten. Mehr über mich erfahren Sie hier.