Der Oktober schickte meinen Namen auf Suchmaschinen-Streife, brachte den Adventskalender zur Anmeldereife, führte mich im AK Mediation von der Gesetzesreform zum Frieden im Krieg, ließ mich im Kabarett Tränen lachen, forderte meine Ausdauer beim Joggen, rundete mein erstes Jahr als Bloggerin ab. Das alles lesen Sie in meinem Monatsrückblick Oktober 2026.
Wie sichtbar bin ich im KI-Zeitalter?
Meine Stichprobe zeigt: Mit meinem Namen und Tübingen finden mich Ecosia und ein KI-Chat gut, bei den Bildern ist noch Luft nach oben.
Am 4. November 2026 fand ich bei Ecosia mit meinem Namen und Tübingen auf den Seiten 1 bis 3 der Webseitensuche insgesamt 18 Einträge über mich.
| Ecosia-Suche am 4.11.2026, Privatmodus | Treffer, die auf mich zeigen |
| Webseitensuche, Seite 1 | 9 |
| Webseitensuche, Seite 2 | 6 |
| Webseitensuche, Seite 3 | 3 |
| Bildersuche, Seite 1 | 7 |
Der KI-Chat fasste meine Tätigkeit und meine Kurzbio richtig zusammen und erwähnte sogar den Adventskalender! Die Bildersuche ergab auf der ersten Seite sieben Treffer für mich, dazu einige Treffer für meine Namenscousinen.
Der Überraschungssieger ist meine Newsletter-Seite: Sie erschien in der Webseitensuche auf Platz 4, und das, obwohl sie erst Ende August 2026 online ging. Die Recherche motiviert mich zum Weitermachen und zeigt, wo es noch Potenzial gibt. Zudem werde ich noch eine umfangreiche Recherche über mich durchführen.
Gesucht hatte ich am 4. November mit Ecosia im Privatmodus, immer mit derselben Anfrage: meinem vollständigen Namen und Tübingen. Meine Posts auf Facebook und LinkedIn zählen hier nicht mit, weil sie nur für Mitglieder sichtbar sind.
Anlass für die Recherche war die Frage nach unserer Sichtbarkeit bei der Sitzung meiner Intervisionsgruppe am 30. Oktober. Tatsächlich achte ich bei jedem Blogartikel auf SEO/GEO (die Optimierung für Suchmaschinen und für Antworten von KI-Chats), doch die Effekte prüfe ich überwiegend hinsichtlich der Besucheranfragen und -zahlen.
Adventskalender vorbereitet

Der Adventskalender „Abtauchen oder anstoßen?“ ist fertig: der Kalender selbst, die Landingpage, der Anmeldeprozess und die Werbe-Postings. Yeah! Besonders stolz macht mich, dass ich die Technik allein gemeistert habe. Genauso stolz bin ich auf die Gestaltung der Landingpage und der Werbung. Seit dem 01. November nehme ich Anmeldungen entgegen, am 02. Dezember startet der Kalender. Schenken Sie sich inneren Frieden zum Fest: Hier finden Sie alle Informationen und die Anmeldung.
AK Mediation Tübingen / Reutlingen
Bei unserem Treffen besprachen wir die folgenden drei Themen.
Geplante Gesetzesänderung bei Scheidungen
Der Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, „Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Kindschaftsrechts“ (2024) legt den Fokus auf das Kindeswohl und auf einvernehmliche Lösungen. Diese sollen allerdings ausgeschlossen werden, wenn häusliche Gewalt im Spiel ist. Dies begrüßten die Anwesenden des AK Mediation ausdrücklich.
Wie lässt sich häusliche Gewalt im Vorfeld eines Mediationsprozesses erkennen?
Britische Mediatoren verwenden einen ausführlichen Fragenkatalog im Vorfeld der Mediation, um von Erlittenem oder Angedrohtem zu erfahren, sei es von Übergriffen oder von Gewalt. Durch die Befragung möchten die Mediatoren herausfinden, ob sich das Verfahren Mediation für die Situation der Medianten eignet. So ist einer Partei, die bereits ernstlich bedroht wurde, kaum zuzumuten, mit der drohenden Person zusammen in einem Raum zu sitzen und über Umgangsrechte zu sprechen, zumal wenn die Gefahr besteht, dass erneut Drohungen ausgesprochen oder gar Gewalt ausgeübt wird.
Jedoch ist der britische Gewaltbegriff nach Vorstellung der Diskutanten sehr, sehr weit gefasst. Somit entsteht die reale Gefahr, dass sich die Medianten leicht noch mehr als Opfer der Gegenpartei fühlen. Keiner in unserer Runde hatte je erlebt, dass Scheidungswillige kamen und sich allein fürs Scheitern der Ehe verantwortlich erklärten. In dieser Phase ist es menschlich und normal, die Hauptschuld beim anderen zu sehen. Erst im Lauf der Mediation kommt es zu mehr gegenseitigem Verständnis. Und je ausgiebiger man die Aufmerksamkeit der Parteien zu Beginn des Prozesses auf erlittene oder angedrohte Gewalt lenkt, umso eher betrachten sich die Parteien genau unter diesem Aspekt und umso schwieriger gelingt ein Perspektivwechsel. Diese gedankliche Verbindung zwischen einer Situation und deren Einordnung bezeichnet die Psychologie als Priming-Effekt. Er wirkt, ob man es will oder nicht.
Auf meine Praxis wirkt sich die Debatte folgendermaßen aus. Ich werde den britischen Fragenkatalog nicht übernehmen. Die Paare, die zu mir kommen, melden sich freiwillig und möchten sich einigen. Das heißt, kein Gericht schickte sie. Gleichzeitig werde ich künftig bei Trennungsmediationen Körpersprache und Tonfall noch aufmerksamer registrieren.
Was ist „After War Mediation (AWM)“?
‚After War Mediation‘ ist ein innovatives Projekt deutscher Mediationsverbände und ukrainischer Mediatorinnen und Mediatoren, das im April 2026 begann und Mediation in der Zivilgesellschaft schon während bewaffneter Konflikte einsetzen will. (Quelle: Hans-Dieter Will: After War Mediation, in: Mediation. Fachmagazin für Konfliktlösung, Entscheidungsfindung, Kommunikation, Quartal IV/2026, S. 44 f.)
Die AWM bezieht kriegsbedingte Rahmenbedingungen systematisch ein. Dabei spielt es keine Rolle, ob Friedensverhandlungen schon beendet sind oder der Friedensschluss absehbar ist.
Bislang hatte ich mir nicht klar gemacht, dass Frieden schließen und Frieden sichern auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen und Zusammenhängen stattfindet. Während der Auseinandersetzungen wurden Feindbilder aufrechterhalten und unterschiedliche Ziele verfolgt. Die feindliche Haltung besteht weiter, dagegen hilft keine offizielle Beendigung der Kampfhandlungen. Man kann nicht einfach Frieden verordnen und danach begegnen sich alle freundlich.
Daher sind hier das Engagement von Mediatoren und deren Mut nicht hoch genug einzuschätzen. Gleichwohl hoffe ich sehr, dass diese Umstände Deutschland nie betreffen werden.
Was sonst noch los war im Oktober
Tränen gelacht im Sudhaus
Am 21. Oktober trat die Gruppe Luksan Wunder im Tübinger Sudhaus auf. Ich war schon Ewigkeiten nicht mehr im Kabarett und bin wirklich froh, dass ich diese Veranstaltung ausgesucht habe. Tränen habe ich gelacht, als sie Musikvideos von Showgrößen parodierten. Video und Musik liefen im Original, doch ohne Gesang. Den ersetzte die Gruppe durch eigenen Text und beschrieb, was im Video zu sehen war. Ich hatte vorher nie bemerkt, wie absurd Musikvideos sind. Jetzt kann ich es nicht mehr nicht bemerken.
Ausdauer für den Nikolauslauf
Zurzeit trainiere ich meine Ausdauer beim Joggen. Mein Ziel ist die Teilnahme am 10-Kilometer-Lauf beim Nikolauslauf in Tübingen. Derzeit laufe ich 7 Kilometer, doch bleibt mir noch ein bisschen Zeit, um auf 10 zu kommen.
Ein Jahr Monatsrückblicke
Seit Oktober 2025 schreibe ich diese Rückblicke. Mich überrascht, wie schnell die Zeit verging. Dass ich tatsächlich schon ein ganzes Jahr blogge, begreife ich erst beim Schreiben dieses Textes.
Was ich im Oktober gebloggt habe
- Auswertung der Umfrage „Mit oder ohne KI zur Konfliktpartei?“
- Selbstklärung mit Verstand und Gefühl
- Lohnt sich „Streiten will gelernt sein“? Meine ehrliche Rezension.
Ausblick auf November
- Adventskalender: Die Anmeldung läuft seit dem 1. November, am 2. Dezember geht es los.
- Sichtbarkeitsrecherche: Ich werde meine Präsenz im Netz umfangreicher durchleuchten.
- Laufen: Ich steigere meine Strecke von 7 auf 10 Kilometer.
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Über mich: Assyriologin, Systemanalytikerin, Programmiererin. Seit 2019 arbeite ich als Mediatorin in Tübingen und verhelfe Parteien zu Klarheit über ihre Konflikte und zu kreativen Lösungen.
Bei Auseinandersetzungen sind Analyse und Struktur unerlässlich, doch je höher die emotionale Verstrickung, desto geringer die Lösungskompetenz. Ich weiß, wovon ich rede. Denn manchmal brauchen auch Mediatorinnen eine Mediatorin. Für mich ist das kein Widerspruch zu meinem Beruf. Es ist die logische Konsequenz aus allem, was ich in ihm gelernt habe. Mehr über mich erfahren Sie hier.