Monatsrückblick März 2026

Veröffentlicht am Kategorisiert als Rückblick

Wie dieser Monatsrückblick zeigt liegt hinter mir ein intensiver Monat März. Denn als Weiterbildungs-Junkie beschäftigte ich mich wieder gründlich mit Mediations- und Marketingthemen. Auch brach sich meine Ader zum Unterrichten wieder Bahn. Für Kollegen bereitete ich einen Vortrag über Einsatzmöglichkeiten von KI in der Mediation und für potentielle Klienten einen Impulsvortrag über präventive Mediation vor.

Der Tourismus-Junkie in mir schwelgte in Potsdam im Friderizianischen Rokoko und in Gemälden der Klassischen Moderne des Museum Barberini. Den Ausgleich zum Lernen und der Anstrengungen diente der Wellness-Trip auf die Schwäbische Alb. Nun sind Kopf und Körper wieder in Balance.

Fortbildungen in Konfliktlösung

Fortbildung in Konfliktcoaching

Wie im letzten Monatsrückblick angekündigt hatte ich der begehrten Plätze für die Fortbildung in Konfliktcoaching in Berlin ergattert. Zwei Tage lang vermittelten uns Dr. Christine Pütz und Michael Cramer in ihrem Institut klären und lösen ihr Kondensat aus best-practice-Methoden.

Darunter versteht man einen Prozess, der zwischen Mediation und Coaching steht und gleichzeitig seiner eigenen Logik folgt. Im klassischen 1:1-Setting verfolgt der Coachee eines dieser Ziele: Einen neuen Umgang mit einer Konfliktsituation oder die Vorbereitung auf ein schwieriges Gespräch. Der Coachee klärt seine konkreten Ziele und lernt seine Anteile am Konfliktgeschehen zu verstehen. Was sind seine Interpretationen, seine Zuschreibungen und Triggerpunkte? Die Mediatorin ergreift einerseits Partei ihres Coachee und gibt andererseits mediative Impulse, damit der Coachee weitere Perspektiven wahrnehmen kann.

Schrittweise und systematisch gelangt der Coachee aus der Ohnmacht in Lösungsstrategien. Und für jeden Einzelschritt bekamen wir mehrere Methoden an die Hand, die wir je nachdem, was dem Klienten am besten liegt, anwenden können. Der Theorie folgten immer Übungseinheiten, bei denen wir die Rollen des Klienten und der Mediatorin einnahmen. So probierten wir als Mediatorinnen die Methoden aus und erfuhren in der Rolle des Klienten, wie sich eine Klärung anfühlt, wenn die Gegenpartei eine Auseinandersetzung ablehnt.

Für mich waren neben den vermittelten Kenntnissen zwei Sachverhalte überraschend. Zum einen bestätigte der Kurs mein bislang intuitives Vorgehen beim Konfliktcoaching, zum anderen wurde mir klar, wie leicht es mir gelingt, den Kern der Probleme zu erfassen und zu formulieren. Mir hier verbal auf die Schulter zu klopfen fällt mir nicht leicht, da meine Erziehung auf Tiefstapeln abzielte. Daher war es lange schwierig für mich, mich nicht als Hochstaplerin zu fühlen. So ganz habe ich das noch nicht überwunden, aber ich arbeite daran.

Kennenlernen der Restorative Circles

Im Zuge eines LinkedIn-Vortrags gaben Dana Hoffmann und Hendrik Mostert Einblicke in diese Methode. Sie funktioniert im wesentlichen wie eine innerbetriebliche Mediation. Gemeinsame und unterschiedliche Merkmale habe ich in unten stehende Tabelle eingefügt.

Restorative Circlesinnerbetriebliche Mediation
Jeder, der einen Konflikt erlebt oder beobachtet hat, kann dessen Klärung initiierenDie hierarchisch höchste Stufe (HHS), die am Konflikt beteiligt ist, initiiert die Klärung
Mediator führt ein Erstgespräch mit jedem, der am Konflikt beteiligt istErstgespräch zwischen Mediator und HHS
Teilnehmer (TN) können weitere Personen benennen, die zur Klärung beitragen könnenHHS und Mediator legen fest, wer zur Klärung notwendig ist
Die TN kommen freiwilligEingeladene TN müssen kommen, brauchen nichts sagen, wenn sie nicht wollen.
Es wird in dem Jargon geredet, wie er sonst in der Firma üblich istKommunikationsregeln nach GFK
Bei verbalen Kränkungen schreiten die anderen TN einBei verbalen Kränkungen schreitet der Mediator ein
Der Mediator sorgt für Klarheit:
Was der Sprecher sagte und was er damit meinte
An wen sich der Sprecher richtete
Was der Angesprochene hörte und was er verstand
Der Mediator sorgt für Klarheit:
Was der Sprecher sagte und was er damit meinte
An wen sich der Sprecher richtete
Was der Angesprochene hörte und was er verstand
Die TN dürfen zu anderen Konflikten oder Themen springenDer Mediator führt die TN bei Abweichungen aufs Thema zurück.
Der Mediator schlägt keine Lösung vorDer Mediator schlägt keine Lösung vor
TN entwickeln LösungenTN entwickeln Lösungen

Warum ich die RC nicht anwenden werde:

  • Ich habe schlechte Erfahrungen damit gemacht, wenn keine Kommunikationsregeln definiert werden. Die angegriffene Partei griff ihrerseits an. Ohne meine Intervention wäre es weiter eskaliert.
  • Die Klienten schätzen Struktur, weil sie so ein Thema nach dem anderen abhaken können und sie spürbar vorankommen. Als ich die Struktur weniger strikt einhielt, beschwerten sich manche, dass nur geredet würde und die Ergebnisse ausblieben.

Fortbildung in Friedensmediation

Dr. Katty Nöllenburg referierte über Friedensmediation im Inland. Dieses Format wird üblicherweise bei internationalen Konflikten eingesetzt, das ebenso gut im Inland funktioniert. Den Fokus ihrer praktischen Arbeit legt Dr. Katty Nöllenburg seit rund 20 Jahren auf Religiosität und Säkularität. Generell funktioniert Friedensmediation in allen Bereichen.

Besonderheiten der Friedensmediation sind:

  • Medianten sind Sprecher einer Gruppierung.
  • Der Mediator baut eine persönliche Beziehung zu den Medianten auf. Nur so akzeptieren die Medianten den Mediator.
  • Einsatz von Macht. Die Teilnahme an der Mediation wird häufig verordnet nach dem Prinzip: keine Teilnahme, keine Finanzierung oder keinen Einfluss auf politische Entscheidungen.
  • Es finden informelle Treffen zwischen den Beteiligten statt, von denen weder die Öffentlichkeit noch die gegnerische Community erfahren soll.
  • Unvereinbare Werte und Grundüberzeugungen bleiben unangetastet. Statt dessen werden gemeinsame höhere Ziele erarbeitet und verfolgt. Beispiel: Muslima, die Kopftuch tragen wollen, und Muslima, die Kopftuch ablehnen. Beide Gruppen engagieren sich in Deutschland gegen Fremdenhass.

Vorbereitung von Vorträgen über Mediation

Vortrag ‚Einsatzmöglichkeiten von KI in der Mediation‘

Er basiert auf der Präsentation von Prof. Sascha Weigel vom Februar 2026, der freundlicherweise seine Folien zur Verfügung stellte. Er stellte eine Palette von KIs vor, die den Mediator bei der Verwaltung, der Vor- und Nachbereitung der Sitzungen und während der Sitzungen unterstützen können. Meine Fassung habe ich ergänzt um Marketing-Tools und sie meinen Kolleginnen und Kollegen des AK Mediation Tübingen / Reutlingen am 20. April präsentieren.

Vortrag ‚Konflikte klären, bevor Streit ausbricht‘

Über Konfliktcoaching und präventive Mediation spreche ich im Stadtteiltreff Blaues Haus Tübingen am 14. April. Im monatlichen Gesprächskreis treffen sich Interessierte und debattieren, wie das Älterwerden im Quartier ausgestaltet werden soll. Mein Impulsvortrag zielt aufs Zusammenleben der Generationen und der Nachbarn. Was können sie im Vorfeld tun, dass es ein friedliches Miteinander bleibt?

Fortbildung Marketing per LinkedIn

Sebastian Auer, Fa. Verkaufen mit Werten, stellte mir seinen Online-Kurs gratis zur Verfügung. In den Videos mit einer Gesamtspieldauer von über 4 Stunden erklärt er ausführlich die einzelnen Stellschrauben des LinkedIn-Profils, und wie man sie am effektivsten für sich einsetzt. Auers Strategie zielt auf eine durchgängige Diktion und einheitlichen Stil.

Bei der Durchsicht der Videos war ich begeistert, wie viel von seinen Tipps ich bereits umgesetzt hatte. Ein dringendes Update brauchte allerdings die Rubrik ‚Info‘, das ich sofort überarbeitete. Die Inhalte der Rubrik ‚Im Fokus‘ werde ich in Kürze ergänzen.

Im Wesentlichen empfehlen die LinkedIn-Experten dasselbe. Doch Auers Darstellung befasst sich auch in der technischen Tiefe der Profile.

Was im März 2026 sonst noch los war

Besuch von Potsdam und Sans Souci

Wieder habe ich mir einen lange gehegten Wunsch erfüllt. Denn nun bot sich die Chance, meinen Berlin-Aufenthalt mit Besichtigungen zu verbinden.

Da mich besonders das Stadtzentrum Potsdams und die Friderizianische Epoche interessierten, hatte ich mich mittels Lektüre der Potsdam-Krimis vorbereitet. Der Autor Tom Wolf, Historiker, recherchierte für die 6 Bände akribisch Architektur und Lebensumstände zu Zeiten Friedrichs II. Die Handlungen der Romane basieren auf echten Personen und Sachverhalten, ergänzt um fiktive Personen.

So sah ich förmlich Voltaire an der königlichen Tafelrunde im Gartensaal vor mir, lauschte im Musikzimmer Friedrichs Flötenspiel und begleitete den König in seine Bibliothek, zu der nur er und sein Kammerherr Zutritt hatten. Vor der großen Fontäne musste ich schmunzeln, da in einem Roman eine Leiche den Zufluss verstopfte und des Königs Wasserspiel auf müdes Geplätscher reduzierte. Im Neptunsaal des Neuen Palais beispielsweise musste ich während der Führung meinen Impuls unterdrücken, auf den Tatort eines anderen Bandes hinzuweisen.

Ein Besuch des holländischen Viertels stand selbstredend ebenfalls auf dem Programm wie das Museum Barberini mit seiner Sammlung Klassischer Moderne.

Wellness-Aufenthalt auf der Alb

Zwei Tage gönnten mein Mann und ich uns auf der Ostalb zum Ausspannen. Im Bademantel gelangten wir vom Hotel direkt in die Badelandschaft. Die Tage vergingen mit in warmen Außenbecken dümpeln, sich mit heißem Wasser umsprudeln lassen und dabei Graupelschauer ignorieren. Zur Abwechslung probierten wir verschiedene Saunen aus und genossen von den Liegen die Aussicht auf die umgebende Natur. Kulinarisch verwöhnt und gut ausgeschlafen kehrten wir zurück.

Von Ulrike Wanner

Über mich: Offen in die Zukunft. Dies ist mein Claim und Motto fürs Leben. Man hat seine Vorstellungen von der Zukunft und dann passiert das Leben. Es erfordert Anpassungen und Weiterentwicklung, es verleiht Impulse und überrascht. Ich fände nichts langweiliger als zu wissen, was ich in den nächsten Jahrzehnte erleben werde. Dieselbe Offenheit für die Zukunft bringen Klienten mit. Denn ihre Kreativität führt sie zu Lösungen, die sie sich vorher nicht vorstellen konnten. Mehr über mich erfahren Sie hier.

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