Im Mittelpunkt standen der Abschied vom Angestelltendasein und die Konzentration auf die Selbstständigkeit. Sich mit Mitte 60 beruflich neu auszurichten und Zweifel zu überwinden ist nicht einfach, doch für mich lohnte es sich unbedingt. Ich genieße täglich, dass ich meine eigene Herrin bin und für mich nur noch meine eigenen unternehmerischen Entscheidungen relevant sind. Zudem brauche ich nie wieder Urlaubstage zählen und strategisch verteilen.
Meine wichtigsten Themen und Höhepunkte in 2025
Ich bin endlich zu 100% selbstständig
Seit Ende meiner Ausbildung wollte ich mich als Mediatorin selbstständig machen. Dann kam Corona mit Shut downs und Einschränkungen der persönlichen Begegnung. Und diese war für mich bei Beratungen und Mediationen wichtig. Also blieb ich in der IT, damit ich weiterhin meinen Lebensunterhalt sichern konnte. Vier Tage die Woche reservierte ich für die IT, einen Tag für alles-gut-mediation.
Im Lauf der Jahre stellten sich Zweifel ein. Wie genau soll ich mich positionieren? Wie gewinne ich Kunden? Lohnt sich der ganze Aufwand in meinem Alter, 64, noch? Die Entscheidungen schob ich lange vor mir her. Vor fast genau einem Jahr fasste ich mir ein Herz und kündigte zum 30. Juni. Diese Entscheidung habe ich keinen Tag bereut. Im Gegenteil, der Ballast von Grübeleien und Zweifel fielen prompt ab und schenkten mir neue Energie für Akquise und Fortbildung.

Relaunch meiner Homepage alles-gut-mediation verwirklicht
Ein Berg an Arbeit wartete: Theme wechseln, Texte überarbeiten, Fotoshooting für aktuelle Bilder von mir absolvieren. Mit WordPress hatte ich vor Jahren schon mal gearbeitet, aber mittlerweile viel vergessen – außer den negativen Erlebnissen damit. Es kostete etwas Überwindung, mich auf die Technik und ihre Terminologie einzulassen. Letztlich gingen mir der Umzug und das Texten viel leichter von der Hand als erwartet.
Blog gestartet
Ein eigener Blog war ein lange gehegter Wunsch gewesen. Seine Realisierung knüpfte sich an den Wechsel des WordPress-Themes, ein weiterer Grund, die Homepage technisch neu aufzusetzen.
Impulse für Ideen und redaktionelle Grundlagen bekam ich von Judith Peters‘ Coaching bei The Content Society. Im Handumdrehen gingen anhand der klaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen die ersten Blogartikel online. Seit ich mir erlaube, nicht perfekt sein zu müssen, entstehen die Artikel jetzt schnell. Es macht ungeheuer viel Spaß, ich kann kaum aufhören.
Besonders liegen mir die Artikel zur grundsätzlichen Funktionsweise menschlicher Kommunikation und zur Anwendung auf einen eigenen Konflikt am Herzen, denn sie erklären, warum es so häufig zu Streit kommt, und wie man dem begegnen kann. Da über die Feiertage die Ansprüche an Harmonie und Perfektion besonders hoch sind, wollte ich diese Artikel unbedingt vor Weihnachten online haben.
Übersetzung meiner Krimi-Kurzgeschichte Neckar-Chutney ins Hindi
Die Übersetzerin Namita Khare gab eine Krimi-Anthologie auf Hindi heraus, in die sie ‚Neckar-Chutney‘ aufnahm. Ich bin stolz, dass sie eine meiner Geschichten ausgewählt und zusammen mit denen von z.B. Sunil Mann, Regina Schleheck, und anderen abgedruckt hat. An der Buchpräsentation im Goethe Institut in Neu-Delhi nahm ich per Zoom teil und steuerte eine Videobotschaft bei. Es war für mich ein aufregendes und unvergessliches Erlebnis, als Herausgeberin und Übersetzer über Worttreue und kulturelle Unterschiede diskutierten.

Mein Fazit für 2025
Was waren meine besten Entscheidungen 2025?
Natürlich war dies der Schritt in die Selbstständigkeit. Als bewusste Zäsur zum Angestelltendasein gönnte ich mir drei Monate Freizeit, bevor ich mich in die neuen Aufgaben stürzte.
Während dieser Freizeit-Phase entschied ich mich, mit Klienten nur in Präsenz zu arbeiten. Das braucht nicht für die Ewigkeit so bleiben, aber im Moment ziehe ich das vor, denn in Präsenz sehe ich die ganze Person und spüre ihre Ausstrahlung.
Gezielt Hilfe holen erleichterte mir das Leben enorm. Natürlich kann ich mir alles selbst mittels Literatur und youtube erarbeiten. Aber wozu viel Zeit und Energie aufwenden? Ein Kursus im Bloggen und ein kleiner Auftrag an ‚meinen‘ IT-ler Volker Dietze bereiteten den Boden für meine Erfolge beim Schreiben und beim Umkrempeln der Homepage.
Worauf ich 2025 stolz bin
- Dass ich die Umsetzung von alles-gut so schnell und so gut gemeistert habe.
- Dass ich meine Komfortzone mit dem Sprung in die Selbstständigkeit verlassen habe.
- Dass ich im Selbststudium mein Französisch von A1 auf A2 gebracht habe.
Was ich 2025 über mich gelernt habe
- Dass mein Alter, 64, seit Kündigung meines Jobs für mich keine Rolle mehr spielt.
- Dass ich Stunden lang konzentriert arbeiten kann und die Zeit völlig vergesse, wenn es mich wirklich interessiert.
- Dass ich geduldiger und gnädiger mit mir werde – Altersweisheit?
- Wie schnell ich Artikel schreiben kann, wenn ich von meinem Perfektionsanspruch abrücke.
Das habe ich 2025 zum ersten Mal / nach langer Zeit wieder gemacht
- Ich habe mich ernsthaft mit geschäftlichen Selfies beschäftigt. Mein Widerwille dagegen existiert noch, aber er schwindet.
- Ich habe Langustinos und Krabben essen gelernt. Nach der Technik musste ich auf Französisch fragen und habe die Antwort verstanden. Yeah! Zumindest mäkelte niemand an meinem Gebrauch des Bestecks herum.
- Ich habe Sizilien bereist, was ich seit 40 Jahren tun wollte. Genauer gesagt, ich klapperte die Ost-Hälfte ab. Die West-Hälfte kommt noch. Ich fürchte, ich habe dafür keine 40 Jahre mehr Zeit.
- In Marbach habe ich die Hengstparade besucht, was ich seit 50 Jahren tun wollte.
- Ich habe eine Videobotschaft auf Englisch erstellt. Da ich nicht persönlich in Neu-Delhi bei der Buchpräsentation dabei sein konnte, hatte mich die Herausgeberin um eine Botschaft gebeten.
- Endlich bin ich wieder im Gebirge gewandert. Die Wahl ist auf eine zweitägige Tour durch den Alpstein gefallen.
Welche wichtigen Lektionen hat mich 2025 gelehrt?
Manchmal schleppt man Glaubenssätze oder gedankliche Schranken mit sich herum, die einen stören, und die man genau kennt. Trotzdem sind sie nicht abzuschütteln. Erst wenn man die Erlaubnis einer anderen Person bekommt, die man als Autorität anerkennt, funktioniert es plötzlich.
Konkret hatte ich nicht gewagt, meinen ersten Blogartikel online zu stellen, ohne ihn x Mal zu überarbeiten. Erst Judith Peters‘ Spruch ‚blog like nobody’s reading‘ und ihr überzeugtes Eintreten dafür löste meine Blockade. Sie hatte ja recht: Wer sollte den Artikel schon lesen, es wusste doch keiner davon! Und bis ihn jemand im Netz aufstöberte, hätte ich genug Zeit zum Korrigieren, falls ich es nötig fände. Mit dieser Haltung flossen mir die Artikel aus der Feder, oder besser gesagt, aus den Tasten. Uff!
Fazit: Wenn ich wieder ein gedankliches Hemmnis bemerke, hole ich umgehend die zugehörige Erlaubnis ein und würge nicht ewig dran rum.
Dafür bin ich 2025 besonders dankbar
- Die Ehe mit meinem Mann. Wir sind seit fast 40 Jahren zusammen 🙂 und unsere Beziehung wird immer besser.
- Meine Gesundheit.
- Die intensivierten Beziehungen zu meiner Familie und meinen Freunden.
- Die Wärme und Großzügigkeit, mit der mich meine Kollegen aus dem Büro verabschiedet haben.
- Dass ich mich beruflich und persönlich weiterentwickeln konnte.

Was war 2025 meine größte Herausforderung?
Ganz einfach: regelmäßig Sport treiben. Unregelmäßig bekam ich hin, aber mit den üblichen unangenehmen Begleiterscheinungen wie Muskelkater, immer wieder von vorne anfangen müssen. Den Kampf gegen den inneren Schweinehund gewann ich teils und teils überhaupt nicht. Dagegen beeindruckte mich meine Kreativität im Erfinden von Begründungen, weshalb Sport treiben gerade heute nicht so günstig sei. Seufz.
Was ist 2025 richtig gut gelaufen?
- Die Beziehungen zu meinem Mann, meinen Schwestern und Freunden habe ich vertieft.
- Meine berufliche Neuorientierung.
- Meine Französisch-Fortschritte im Selbststudium.
- Ich habe 5(!) Urlaube verbracht (Versailles, Sizilien, Lindau, Bretagne, Mannheim).
Was lasse ich 2025 zurück und nehme es nicht mit in 2026?
- Meine Scheu, mich zu präsentieren, besonders auf Selfies.
- Den Anspruch, alles perfekt haben zu müssen, bevor ich etwas veröffentliche.
- Meine Angst vor Sichtbarkeit wegen möglicher Kritik.
Mein 2025 in Zahlen
- 259 Webseiten-Besucher (seit 01. Oktober)
- 10 Veröffentlichte Blogartikel
- 13 Posts und 1247 Impressionen auf LinkedIn
- Mein Französisch-Niveau auf A2 verbessert
Mein Ausblick auf 2026
Was ich 2026 anders machen werde
Ich werde mir erlauben, an mehreren Themen gleichzeitig zu arbeiten und zunächst mit 80% zufrieden zu sein. Es sollte okay sein im Nachgang offene Punkte zu verbessern und Fehlendes zu ergänzen. Möglicherweise nur auf 90%. Eine Herausforderung für mich!
Ich fotografiere viel und gerne, doch von mir selbst gibt es wenige Bilder. Ab sofort werde ich lernen müssen, mich vor der Linse wohlzufühlen. Auf das Ergebnis bin ich gespannt.
2026 werde ich regelmäßig Sport treiben, mit Betonung auf regelmäßig. Mit einem konkreten Ziel vor Augen, also in guter Verfassung die Alpen zu überqueren, dürfte das einfacher gelingen. Ich vertraue darauf, weil die Vorbereitung auf meine erste Überquerung (Luzern – Locarno) vor einigen Jahren gut funkioniert hatte.
So können Sie 2026 mit mir zusammenarbeiten
Mediationen und Kommunikationstrainings biete ich wie gewohnt an.
Zusätzlich werde ich Konfliktberatungen durchführen. Diese 1:1-Intervention ist das Richtige, wenn
- nur eine Partei bereit ist, im Zuge einer Mediation den Konflikt zu bearbeiten,
- nur eine Partei Klarheit über ihren Umgang mit der Konfliktsituation gewinnen möchte.
Mein Motto für 2026 heißt
„Mit Neugier in die Zukunft“
Ich habe dieses Motto gewählt, weil sich 2025 durch die reine Selbstständigkeit ein Tor geöffnet hat. Allein in den letzten drei Monaten habe ich so viel rund ums Bloggen gelernt, dass ich sehr gespannt bin, was 2026 für mich bereit hält. Abgesehen von technischen und redaktionellen Fragen kann ich mir fürs Recherchieren für Fachartikel viel mehr Zeit nehmen als bisher. Letzteres wird sich auch auf die Qualität der Mediationen auswirken.
Und sonst? Bin ich neugierig, welche Impulse ich in privaten Beziehungen und für Reiseziele bekommen werde. Und wer weiß, was sich sonst noch ergeben wird.
Meine Ziele für 2026
- Höhe der Kennzahlen verdoppeln.
- Ausgebucht sein und eine Warteliste brauchen.
- Mich in Konfliktcoaching fortbilden.
- Mit einer Freundin die Alpen überqueren.























Liebe Ulrike,
Dein Rückblick liest sich sehr schön. Ich bewundere, wie mutig und entschlossen Du den Schritt in die Selbstständigkeit gegangen bist und Dich dabei nicht von Zweifeln ausbremsen lässt.
Man spürt richtig, dass Du Spaß daran hast, neue Sachen auszuprobieren. Und wenn es nicht klappt, holst Du Dir einfach Hilfe!
Ich glaube, von Deinem Satz „Ich werde mir erlauben, an mehreren Themen gleichzeitig zu arbeiten und zunächst mit 80% zufrieden zu sein.“ werde ich mir für 2026 auch was abschauen 😉
Alles Gute für 2026
Antje | Empower Your Garden
Liebe Antje,
dein Lob bedeutet mir viel. Und es freut mich aufrichtig, dass mein Spaß an der Sache trotz meines lakonischen Stils bei der Leserschaft ankommt. Wie schön, dass ich dich mit meinem Vorsatz inspiriert habe. Ich glaube, besonders wir Frauen haben in puncto Unperfektion Nachholbedarf.
Ich wünsche dir ein wundervolles 2026
Ulrike
Wow, herzlichen Glückwunsch zum Mut, dich mit Ü60 selbstständig zu machen. Ich selbst habe mich immer davor gescheut und habe vor 3 Jahren die passive Phase der Altersteilzeit erreicht und kann mich somit ebenfalls meinem Blog und allem, was dazu gehört, widmen. Liebe Grüße Dagmar
Liebe Dagmar,
für den Mut brauchte es einige Anläufe. Aber irgendwann muss man Nägel mit Köpfen machen. Eine Variante davon hast du ebenfalls umgesetzt. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und Entdeckungslust für deine Reisen.
Herzliche Grüße, Ulrike
Liebe Ulrike,
was für Ein Jahr und wow – mit Ü60 in die 100% Selbstständigkeit! Du hast Mut! Und ich denke mit U60 ist das ein bisschen spät 🙂 Bist du mir da etwa ein Vorbild?
Viel Erfolg weiter – deine Ziele sind klasse .. eine Warteliste brauchen.. wie schön. Das wünsch ich dir.
Liebe Carola,
danke schön für deine freundlichen Worte.
Ja, es brauchte etwas Mut – aber wenn nicht jetzt, wann dann? Wir haben nicht endlos Zeit, unsere Ziele zu verfolgen. Also kopfüber vom Sprungbrett ins kalte Wasser! Gib Bescheid, wenn ich dich anschubsen soll 😉
Herzliche Grüße
Ulrike
Liebe Ulrike,
ich gratuliere dir zu deiner Selbständigkeit und zur veröffentlichten Geschichte!
Viel Spaß beim Erreichen deiner Ziele im Jahr 2026.
Alles Liebe,
Moni
Liebe Moni,
ich danke dir von Herzen, der Jahresrückblick war ein ziemlicher Brocken. Ich bin froh, dass er und das pünktliche Veröffentlichen gelungen sind.
Wie es mit den Zielen für 2026 lief, wirst du hier nachlesen können.
Liebe Grüße
Ulrike