Was ist Mediation? Definition, Ablauf und Kosten verständlich erklärt

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Was ist Mediation? Definition, Ablauf und Kosten verständlich erklärt.

Was ist Mediation? Mediation ist ein strukturiertes Verfahren zur Konfliktlösung, bei dem eine neutrale dritte Person – der Mediator – die Beteiligten unterstützt. Doch was genau bedeutet das in der Praxis und wann ist dieses Verfahren sinnvoll?

In diesem Artikel erfahren Sie einfach und verständlich erklärt, wie Mediation funktioniert, wie ein Mediationsverfahren abläuft und welche Vorteile es gegenüber einem Gerichtsverfahren bietet. So erhalten Sie einen klaren Überblick und können fundiert entscheiden, ob Mediation der richtige Weg zur Klärung Ihres Konflikts ist.

Denn ungelöste Konflikte schwelen oft lange Zeit und belasten, ob bewusst oder unbewusst. Der dadurch entstehende Stress kann sich schleichend aufbauen und bei dauerhafter Belastung sowohl ernste physische als auch psychische Erkrankungen begünstigen, wie unter anderem das Bundesministerium für Gesundheit erläutert. Umso wichtiger ist es, Konflikte frühzeitig und konstruktiv zu klären.

Mediation auf einen Blick: Definition, Ablauf, Kosten.


1. Definition
Mediation ist ein freiwilliges, vertrauliches und außergerichtliches Verfahren zur strukturierten Konfliktlösung mit Unterstützung eines neutralen und allparteilichen Mediators.

2. Ziel
Klarheit gewinnen und eine Lösung entwickeln, mit der alle Beteiligten einverstanden sind.

3. Grundprinzipien
– Freiwilligkeit
– Eigenverantwortlichkeit
– Ergebnisoffenheit
– Vertraulichkeit
– Allparteilichkeit des Mediators

4. Ablauf
– Auftragsklärung
– Sammlung der Themen und Klärung der Interessen
– Bearbeitung der Konfliktfelder und gegenseitiges emotionales Verständnis erreichen
– Entwickeln von Lösungen und Einigung
– Abschlussvereinbarung und rechtliche Gestaltung

5. Zielgruppen
Paare, Familien, Erben, Nachbarn, Teams, Unternehmen, interkulturelle Konflikte, Schulen, u.a.

6. Dauer
Meist 6–8 Sitzungen, bei Teams oft 1–2 Tage.

7. Kosten
Richten sich i.d.R. nach der Anzahl der Medianten. Die Investitionen bleiben deutlich unter denen für ein Gerichtsverfahren.

Was ist eine Mediation? Definition und Ziel.

Eine Mediation ist ein Verfahren zur außergerichtlichen, vertraulichen, strukturierten Bearbeitung von Konflikten. Der Mediator unterstützt alle Parteien gleichermaßen, ihre Interessen und Bedürfnisse sichtbar zu machen.

Ziel einer Mediation ist in erster Linie für Klarheit zu sorgen. Auf dieser Basis können die Beteiligten eine tragfähige Lösung entwickeln, mit der alle einverstanden sind. Hierbei steuert der neutrale Mediator den Prozess, dessen Inhalte verantworten die Parteien.

Wie läuft eine Mediation inhaltlich ab?

Vorgespräch

Zuerst findet ein Vorgespräch mit allen Beteiligten statt, die dem geklärt wird:

  • Worin das Kernproblem besteht
  • Was prinzipiell erreicht werden soll
  • Ob Parteien und Mediator zusammenarbeiten wollen

Bei positiver Entscheidung schließen die Parteien und der Mediator einen Vertrag. Damit beginnt die eigentliche Mediation.

Die 5 Phasen einer Mediation

  • Phase 1: Exakte Auftragsklärung
  • Phase 2: Sammlung der Themen und Klärung der Interessen
  • Phase 3: Bearbeitung der Konfliktfelder und gegenseitiges emotionales Verständnis erreichen.
  • Phase 4: Die Parteien entwickeln Lösungen. Hierbei lassen sich die Parteien evtl. während der Lösungsfindung juristisch oder steuerrechtlich beraten.
  • Phase 5: Der Mediator fixiert die vereinbarten Lösungen schriftlich. Gegebenenfalls prüft und formuliert ein Jurist die geplante Lösung rechtsverbindlich. Vereinbarungen über Immobilien bezeugt ein Notar.

Mit Unterschrift der Parteien unter der Abschlussvereinbarung endet die Mediation.

Welche Prinzipien gelten?

Für Medianten:

  • Freiwilligkeit
  • Eigenverantwortlichkeit
  • Ergebnisoffenheit
  • Informiertheit
  • Verschwiegenheit

Für Mediatoren:

  • Allparteilichkeit
  • Schweigepflicht
  • Zeugnisverweigerungsrecht

Welche Konflikte eignen sich für eine Mediation?

Generell kann dieses Verfahren helfen, wenn

  • direkte Gespräche zwischen den Parteien scheitern und auf ihren Standpunkten beharren
  • sich der Konflikt zeitlich zieht
  • wenn sich Emotionen mit sachlichen Themen vermischen
  • das Geschehen polarisiert wahrgenommen wird und Schwarz-Weiß-Denken einsetzt
  • eine Partei ihre Lösung unabgestimmt durchsetzt und Fakten schafft
  • sich die Parteien jeweils Unterstützer suchen und Gruppen bilden
  • sich die Parteien gegenseitig moralisch abwerten
  • eine Partei die andere öffentlich bloß stellt
  • sich die Parteien bedrohen

Wem nutzt eine Mediation?

Der Prozess ist z.B. sinnvoll für

  • Paare
  • Familien
  • Erben
  • Nachbarn
  • Mieter und Vermieter
  • interkulturelle Konstellationen
  • Teams in Vereinen, Betrieben und Institutionen

Sofern diese Personen bereit sind

  • ihre Sichtweise offen darzulegen
  • die Sichtweise der Anderen anzuhören
  • zu akzeptieren, dass eine Mediation ergebnisoffen ist
  • zu akzeptieren, dass Klarheit garantiert wird, aber keine Harmonie

Was leistet eine Mediation und was nicht?

Im Zuge des Verfahrens lernen die Parteien die sachliche Sackgassen, gegenseitige Vorwürfe und ihre Emotionen zu trennen und zu transformieren. Die Medianten durchlaufen einen intensiven Entwicklungsprozess, der sie somit wieder handlungs- und kooperationsfähig macht.

Der Mediator hilft in diesem Prozess allen Medianten gleichermaßen und bleibt den Lösungen gegenüber neutral. Denn nur die Parteien können beurteilen, welche Lösung für sie stimmig und tragfähig ist.

Bei diesem Verfahren findet keine Rechtsberatung durch den Mediator statt. Das ist nach dem Mediationsgesetz ausdrücklich verboten. Wenn rechtliche Auskünfte erforderlich sind, müssen die Medianten diese bei Anwälten einholen.

Wie lange dauert eine Mediation?

Die Anzahl der Sitzungen hängt von diesen Faktoren ab:

  • Anzahl der Medianden
  • der Anzahl der Konlikte
  • der Schwere der Konflikte
  • dem Willen der Medianden zur Mitarbeit
  • ob (steuer)rechtliche Beratung nötig ist

Bei den meisten Konflikten kommt man mit 6 – 8 Sitzungen aus, bei Teams in 1 – 2 Tagen.

Was kostet eine Mediation?

Grundsätzlich biete ich Stunden-, Halbtages-, und Tagessätze an. Ich verhandle mein Honorar fallbezogen. Es richtet sich nach der Anzahl der Medianten und dem Aufwand für Vor- und Nachbereitungen der Sitzungen..

Mediation ist eventuell das Richtige für Sie?

Wenn Sie klären möchten, ob dieses Verfahren in Ihrem Fall sinnvoll ist, sprechen Sie mich unverbindlich an, damit Konflikt und Belastung bald enden.

Welche Vorteile bietet eine Mediation gegenüber einem Gerichtsverfahren?

Die wichtigsten Vorteile sind Selbstbestimmung, Diskretion und Nachhaltigkeit.

Klarheit und Deeskalation

Nur im Zuge einer Mediation erlangen die Parteien Klarheit über ihre eigenen wahren Wünsche und Motive und über diejenigen der anderen Beteiligten. Denn nur bei diesem Verfahren gibt es Raum dafür. Klarheit bildet die Basis für Lösungen, die tragfähig bleiben, weil sie die echten Wünsche der Parteien umsetzen und die Bedürfnisse abdecken.

Klageschriften dagegen beruhen auf Informationen und Zielen, die die Parteien in ihrer Wut den Anwälten nennen. Die Juristen gleichen das Gehörte mit Gesetzeslage und Rechtsprechung ab und meistens dramatisieren sie die erlittenen Nachteile des eigenen Mandanten und die genossenen Vorteile des Gegners. Somit eskaliert die Situation notgedrungen und die Fronten verhärten sich weiter.

Gipfeln Streits in Gerichtsprozessen, ergeht im günstigsten Fall ein Urteil, das die Gegenpartei zum Verlierer stempelt und ihn endgültig zum Feind macht. Zudem bleibt oft ein Gefühl der Unzufriedenheit beim Gewinner, weil das Urteil seine Bedürfnisse nicht abbilden.

Fairness und Informiertheit

Eine Mediation lebt von Fairness in Worten und Taten, damit sich die Parteien auf Augenhöhe begenen können. Ein respektvoller Umgangston ist bindend für alle und keiner schafft Fakten hinter dem Rücken des Anderen.

Alle Beteiligten besitzen dieselben Informationen. Denn alle brauchen zwingend dieselbe Faktenbasis, damit sie fundierte und von ihnen als gerecht empfundene Lösungen entwickeln können. Braucht man z.B. bei einer Auseinandersetzung ein Gutachten über den Wert eines geerbten Hauses, bekommt jeder Beteiligte eine Kopie davon.

Vertraulichkeit

Zu Beginn jeder Mediation vereinbaren die Parteien, wie sie mit der Vertraulichkeit umgehen wollen. So kann sich zum Beispiel bei einem Nachbarschaftsstreit die erste Partei außerhalb der Sitzungen mit ihrem Ehepartner besprechen wollen, die zweite Partei mit einem Freund und die dritte Partei mit niemandem. Der Mediator unterliegt ohnehin derselben Schweigepflicht wie Ärzte oder Anwälte.

Wer Wert auf Diskretion legt, sollte Gerichtsverfahren meiden. Denn neben dem eigentlichen Streitpunkt kommen Einkommens- und Vermögensverhältnisse zur Sprache. Die Verhandlungen sind öffentlich und wer immer im Gerichtssaal sitzt, weiß dann Bescheid.

Deutlich geringere Kosten und schnellere Lösungen

Üblicherweise bieten Mediatoren Stunden-, Halbtages- und Tagessätze an. Deren Höhe orientiert sich meist an der Anzahl der Beteiligten und am Aufwand für Vor- und Nachbereitungen der Sitzungen. Die Investitionen liegen bei außergerichtlichen Einigungen deutlich unter den gerichtlichen Verfahren.

Die Gebühren für Anwälte und für das Gericht berechnen sich nach dem Streitwert und der steigt schnell, wenn Immobilien im Spiel sind. Oder wenn weitere Sitzungstage anberaumt werden, weil zum Beispiel die Juristen zusätzliche Anträge stellten, Gutachter und Gegengutachter einbezogen, einer Partei bislang unbekannte Informationen auftauchen.

Neubeginn bei Beziehungen möglich

Nur eine Mediation bietet den Rahmen, der den Abgleich von Fremd- und Eigenwahrnehmung ermöglicht. Die Erkenntnis, dass und wie alle zum Geschehenen beigetragen haben, bietet die Chance auf einen Neubeginn der Beziehung zwischen den Konfliktparteien.

Wer nur ein einziges Mal gesehen hat, wie sehr die Gegenpartei unter dem Konflikt leidet und wie sehr er sie belastet, wer seinen Gegner als verletzliches Individuum erlebt hat, das seine Masken fallen ließ, wird ihm künftig mit viel mehr Respekt begegnen.

In manchen Fällen bewirkt eine Mediation den Abbruch der Beziehung, weil deutlich wurde, dass es keine Ebene gibt, auf der sich die Beteiligten künftig begegnen können. Trotzdem waren die Begegnungen auf emotionaler Ebene wichtig, durch sie können die Parteien mit der Vergangenheit abschließen und ihre Energie auf ihre Zukunft richten.

Weitere Vorteile und Fazit

Über weitere Vorteile habe ich in meinem Blogartikel ‚7 Gründe, warum ich Mediation liebe‘ ausführlich geschrieben.

Wenn Sie lieber miteinander Feste feiern wollen, statt vor Gericht für teures Geld zu eskalieren, geben Sie dem Miteinander eine Chance.

Ja, ich will feiern!

Sprechen Sie mich unverbindlich an, damit Konflikt und Belastung bald enden.

Unterschiede zwischen Mediation, Therapie und (Konflikt)Coaching

Merkmale der Mediation

  • Daran nehmen mindestens 2 Parteien teil, die einen gemeinsamen Konflikt haben.
  • Der Fokus liegt auf Vereinbarungen für die Zukunft.
  • Die Vergangenheit wird nur berührt, sofern sie für die Mediation unmittelbar notwendig ist.

Merkmale der Therapie

  • Der Fokus liegt auf der Betrachtung der Vergangenheit.
  • Ein Psychologe hilft den Klienten ihre Konflikte zu bearbeiten und zu überwinden.

Merkmale des (Konflikt)Coachings

  • Daran nimmt nur eine Person teil.
  • Der Fokus liegt beim Coaching allgemein auf einem Entwicklungsprozess des Klienten, der zu einem bestimmten Ziel führt.
  • Das Konfliktcoaching befähigt den Klienten zum souveräneren Umgang mit seinem Konflikt, wenn die Gegenpartei einen Einigungsprozess ablehnt.

FAQ

Ist Mediation verpflichtend?

Bei innerbetrieblichen Mediationen wird die Teilnahme angeordnet. Bei allen anderen dauert der Prozess so lange wie die Parteien freiwillig kommen, sie können ihn jederzeit abbrechen.

Ist das Ergebnis rechtlich bindend?

Unerschriebene Trennungsvereinbarungen, die im Zuge einer Mediation erarbeitet wurden, übernimmt das Familiengericht ins Scheidungsverfahren. Notariell beglaubigte Abschlussvereinbarungen sind ab Unterschrift des Notars rechtlich bindend.

Was tue ich, wenn die Gegenpartei keine Mediation möchte?

In diesem Fall können Sie im Zuge des Konfliktcoachings eine Strategie erarbeiten, mit der Sie Ihren Stress wegen des Konflikts reduzieren und einen Weg zum konstruktiven Umgang mit der Situation finden.

Von Ulrike Wanner

Über mich: Offen in die Zukunft. Dies ist mein Claim und Motto fürs Leben. Man hat seine Vorstellungen von der Zukunft und dann passiert das Leben. Es erfordert Anpassungen und Weiterentwicklung, es verleiht Impulse und überrascht. Ich fände nichts langweiliger als zu wissen, was ich in den nächsten Jahrzehnte erleben werde. Dieselbe Offenheit für die Zukunft bringen Klienten mit. Denn ihre Kreativität führt sie zu Lösungen, die sie sich vorher nicht vorstellen konnten. Mehr über mich erfahren Sie hier.

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